Mai- und Steinfliegenlarve – Nymphen aus dem Fließgewässer

Erkennungsmerkmale

Mai- und Steinfliegenlarven, auch Nymphen genannt, gehören zu den wohl wichtigsten Wasserinsekten für das Fliegenfischen und die biologische Gewässerbeurteilung. Trotz zahlreicher Arten ähneln sie sich im Aussehen: Die länglichen Körper sind meist hellgrau bis gelbbräunlich gefärbt, mit dunklem Rückenmuster und zwei Schwanzfäden. Am Kopf tragen sie kräftige Kieferzangen sowie zwei deutlich erkennbare Fühler.

Steinfliegenlarven sind typischerweise gedrungener gebaut als Maifliegenlarven, die etwas größer und filigraner wirken. Letztere können – je nach Art – bis zu 3 cm lang werden. Beide Larventypen verbringen ihr gesamtes Jugendstadium unter Wasser.

Lebensweise

Die Larven leben bevorzugt in sauberen, sauerstoffreichen Fließgewässern mit kiesigem oder steinigem Untergrund. Ihre Fortbewegung erfolgt kriechend oder schwimmend. Die Entwicklung dauert je nach Art zwischen wenigen Monaten und bis zu zwei Jahren. In dieser Zeit durchlaufen sie 10 bis 25 Häutungen.

Zur Fortpflanzung steigen die adulten Tiere (nach der letzten Häutung) an die Wasseroberfläche oder verlassen das Wasser, um zu schlüpfen. Besonders bei der Maifliege erfolgt dies meist im Frühsommer in einem kurzen, intensiven Zeitraum.

Fang und Hälterung

Das Einsammeln der Larven gelingt am besten durch Umgraben von Kies oder das Abschöpfen von Pflanzenwuchs mit einem Sieb. Mai- und Steinfliegenlarven verstecken sich häufig unter Steinen, in Moospolstern oder Sandbetten. Sie sind empfindlich gegenüber Sauerstoffmangel – eine Hälterung ist daher nur kurzzeitig in einem gut belüfteten Wasserbehälter möglich.

Fischarten

Die Larven stellen eine nahrhafte Proteinquelle für viele Fischarten dar. Besonders Weißfische, Barben, Rotaugen und Döbel nehmen sie gerne auf. Auch Forellen, Äschen und Saiblinge gehen bevorzugt auf Stein- und Maifliegenlarven. Dank ihrer natürlichen Erscheinung gelten sie als äußerst fängige Naturköder.

Angelmethoden

Beim Einsatz am Haken ist Sorgfalt gefragt. Die Larve wird entweder durch den Brustbereich oder knapp hinter dem Kopfbereich angestochen – dies sollte möglichst schonend geschehen, da die Tiere sehr weichhäutig sind. Geeignet sind Haken der Größe 13 bis 15 mit feinem Draht.

In flachen Bächen bietet sich das Nymphenfischen mit einer feinen Fliegenrute an – insbesondere die “Trockenfliege” und “Nassfliege” imitieren das natürliche Verhalten perfekt. Auch das Spinnfischen mit Nymphen-Imitaten ist vielversprechend, besonders auf Bachforelle.