Erkennungsmerkmale
Köcherfliegenlarven – im Fachjargon auch Sprock, Strohwurm oder Röhrmaden genannt – zählen zu den beliebtesten Naturködern. Sie sind die Larven der Köcherfliegen (Trichoptera) und leben in röhrenförmigen Gehäusen, die sie aus Sand, Holzstückchen, Pflanzenteilen oder Schneckenschalen selbst bauen. Die Larven werden je nach Art zwischen 1 und 6 cm lang und haben einen weichen, grauweiß gefärbten Körper mit dunklem Kopf.
Lebensweise
Köcherfliegenlarven findet man vor allem von Spätsommer bis Herbst in klaren, sauerstoffreichen Fließgewässern mit kiesigem oder steinigem Grund. Sie halten sich in Uferzonen, unter Steinen oder an Wasserpflanzen auf. Zur Fortbewegung strecken sie ihren Körper aus dem Köcher und kriechen in typischer Weise schubweise voran. Ihre Entwicklung verläuft über eine Metamorphose zur erwachsenen Köcherfliege.
Fang und Hälterung
Für Angler ist die Larve durch ihren auffälligen „Köcher“ einfach zu erkennen. Besonders geeignet sind Fundstellen mit abgestorbenem Laub oder Holz. Man sammelt die Larven mitsamt ihrem Köcher vorsichtig ein und bewahrt sie idealerweise in einem Behälter mit feuchtem Moos auf – am besten kühl im Kühlschrank, um die Verpuppung zu verzögern.
Will man größere Mengen beschaffen, lohnt sich gezieltes „Ködersuchen“ an typischen Fundstellen. Ganze Bündel lassen sich in Gräben, Flussbiegungen und unter Uferbewuchs entdecken. Zur langfristigen Hälterung sollte das Wasser regelmäßig gewechselt und leicht durchlüftet werden.
Fischarten
Die Köcherfliegenlarve ist ein echter Allrounder: Sie wird von nahezu allen Weißfischen wie Rotaugen, Brassen, Karpfen, Schleien und auch Barschen gerne genommen. Besonders erfolgreich ist sie als Köder für Döbel und Forelle. Auch Salmoniden reagieren auf diesen naturbelassenen Köder sehr gut.
Angelmethoden
Am besten fischt man mit Köcherfliegenlarven auf Grund oder mit feiner Pose. Eine langsame Präsentation nah am Gewässergrund ist entscheidend. Die Larve kann entweder am Haken oder „im Köcher“ angeboten werden. Haken der Größe 12–18 sind ideal. Wegen der weichen Konsistenz sollte der Haken vorsichtig geführt werden, um ein Ausreißen zu vermeiden.
In strömungsreichen Gewässern empfiehlt sich die Verwendung in einem eng gebundenen Bündel oder als Beifang in Kombination mit anderen Naturködern.
Fazit
Die Köcherfliegenlarve ist ein absoluter Top-Köder für anspruchsvolle Friedfische und Salmoniden. Ihre weiche Konsistenz, natürliche Erscheinung und hohe Fängigkeit machen sie zur idealen Wahl – gerade in schwierigen Gewässern mit hohem Angeldruck.
