Die Heuschrecke – Der springlebendige Naturköder für Sommerfänge

Erkennungsmerkmale

Heuschrecken – wer kennt sie nicht? Diese vielseitigen Insekten sind mit ihren langen Sprungbeinen, auffälligen Farben und charakteristischen Bewegungen nicht nur für Biologen interessant, sondern auch für findige Angler.

Besonders hervorzuheben ist die Grüne Heupferd-Heuschrecke (Tettigonia viridissima) aus der Familie der Laubheuschrecken. Sie kann bis zu 3 cm lang werden, erinnert entfernt an eine kleine Pferdegesichtskarikatur mit langen Antennen – und hat ordentlich Kraft in den Beinen.

Typisch sind:

  • Sprungbeine mit kräftiger Muskulatur
  • Langer, schlanker Körper
  • Zwei Flügelpaare
  • Farbvarianten von grün bis braun

Heuschrecken sind ab dem Sommer bis weit in den Herbst aktiv – ein saisonaler Köder mit Charme.


Lebensweise

Heuschrecken durchlaufen eine unvollkommene Metamorphose – sie entwickeln sich über mehrere Häutungen direkt zum flugfähigen Insekt.

  • Frühjahr: Schlupf aus dem Ei
  • Sommer: Aktive Phase mit Wachstum und Futtersuche
  • Herbst: Paarung, Eiablage
  • Winter: Eier überdauern im Boden

Tagsüber sind sie in sonnigen, offenen Lebensräumen wie Wiesen, Feldrändern oder Wegesrändern zu finden. Ihre Nahrung besteht meist aus Gräsern, Kräutern oder kleineren Insekten (je nach Art).


Fang und Hälterung

Heuschrecken lassen sich vom Spätsommer bis in den Herbst auf Wiesen in großer Zahl fangen. Am besten morgens oder abends – wenn es noch etwas feucht ist und die Tiere träge sind.

Fangtipps:

  • Mit Kescher über niedrige Vegetation streifen
  • Vorsichtig mit der Hand fangen
  • Am besten einzeln halten, da sie zu Kannibalismus neigen

Für die Aufbewahrung empfiehlt sich eine kleine transparente Dose mit Grashalmen und Luftlöchern. Über kurze Zeiträume kann man sie auch im Kühlschrank (5–8 °C) lagern – dabei werden sie bewegungsarm und sind einfacher zu handhaben.


Fischarten

Heuschrecken sind ideal für alle Fische, die Insekten von der Oberfläche pflücken:

  • Rotauge, Döbel, Aland, Frauenfisch
  • In heißen Sommern auch Barsche und Weißfische
  • Besonders effektiv an heißen Tagen in verkrauteten Gewässern

Im September und Oktober sind sie ein Top-Herbstköder, da viele Fische auf proteinreiche Nahrung setzen, bevor die kalte Jahreszeit beginnt.


Angelmethoden

Oberflächenangeln:

Ein echter Klassiker. Die Heuschrecke wird mit einem dünnen Vorfach (0,18–0,20 mm) und freilaufender Pose knapp unter der Oberfläche angeboten. Die Insektenbeine erzeugen dabei natürliche Vibrationen, die hungrige Fische anlocken.

Grundmontage:

Mit Bleikugel oder Laufblei – besonders effektiv bei ruhigem Wetter. Hierbei wird die Heuschrecke leicht aufgebockt präsentiert, sodass sie verführerisch zappelt.

Spinnfischen:

Ungewöhnlich, aber möglich: Eine Heuschrecke auf Einzelhaken mit leichter Spinnrute durch überhängende Sträucher geführt – besonders reizvoll für Döbel.

Fliegenfischen:

In der Trockenfliegen-Version als „Grashüpfer-Imitat“ eine absolute Geheimwaffe. Besonders im August und September bei niedrigem Wasserstand ein echtes Highlight.


Fazit

Die Heuschrecke ist ein oft übersehener Naturköder, der vor allem im Spätsommer und Herbst wahre Wunder wirken kann. Ihre lebendige Präsentation, die natürliche Erscheinung und die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten machen sie zum Geheimtipp für feine Sommer- und Herbstangeln – vor allem auf Friedfische und Döbel.