Erkennungsmerkmale
Grillen gehören zu den vierflügeligen Geradflüglern mit kräftigem Mundwerkzeug. Obwohl sie eng mit Heuschrecken und Ohrwürmern verwandt sind, spielen sie beim Angeln eher eine Nebenrolle – völlig zu Unrecht!
Besonders zwei Arten sind für Angler von Bedeutung:
- Die Feldgrille (Gryllus campestris)
- Die Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa)
Die Feldgrille ist schwarz, etwa 25 mm lang und zirpt mit den Deckflügeln. Männchen erkennt man an ihrer „Bühne“, einem kleinen Erdloch mit Resonanzraum. Die Maulwurfsgrille ist deutlich größer, bräunlich gefärbt und hat grabfähige Vorderbeine wie ein kleiner Maulwurf. Sie ist ein echter Spezialist unter der Erde – und auf dem Haken.
Lebensweise
Grillen leben in lockeren, sandigen Böden mit viel Sonne. Die Feldgrille bevorzugt Heide- und Wiesenflächen, wo sie mit dem Gesang der Männchen die Weibchen anlockt. Besonders aktiv ist sie in den Abendstunden.
Die Maulwurfsgrille hingegen gräbt unterirdische Röhrensysteme in feuchteren Böden. Tagsüber ruhen die Tiere, nachts werden sie aktiv und machen sich auf Nahrungssuche.
Fang und Hälterung
Wer Grillen fangen möchte, braucht etwas Geduld. Am besten fängt man sie nachts mit Taschenlampe und Fangglas. Feldgrillen verstecken sich gern in kleinen Erdlöchern. Dort lässt sich ein Strohhalm oder Zweig platzieren – bewegt er sich, ist die Grille zu Hause. Dann mit Gefühl ausheben oder mit der Hand einfangen.
Maulwurfsgrillen lassen sich nur schwer ausgraben. Eine gute Fangmethode ist das Anlocken mit Licht in der Dämmerung oder das gezielte Umgraben von feuchtem Boden in der Nähe von Bachläufen.
In einem kleinen Behälter mit feuchtem Sand und ein paar Grashalmen können sie über mehrere Tage gehalten werden. Achtung: Maulwurfsgrillen sind kannibalisch! Nicht zu eng halten.
Fischarten
Die Feldgrille ist ein zuverlässiger Köder für:
- Aaland
- Brachse
- Döbel
- Rotauge
- Barbe
Sie besitzt ein starkes Bewegungsmuster und ist besonders attraktiv im Sommer bei hohen Temperaturen.
Die Maulwurfsgrille ist eine geheime Wunderwaffe für Welse – kaum ein Köder ist bei Nachtangeln so effektiv! Ihre Größe, ihr Geruch und ihre Bewegungen machen sie unwiderstehlich.
Angelmethoden
Grillen lassen sich an der Oberfläche, im Mittelwasser oder am Grund anbieten. Besonders erfolgreich sind:
- Freilaufende Montage mit leichter Pose
- Grundmontage mit kleiner Laufblei-Montage
- Feeder-Methode bei Friedfischen
- Spinnrute mit Naturköder-Haken bei Raubfischen
Bei größeren Exemplaren empfiehlt sich ein Haken der Größe 4–6. Für Wels darf’s auch ein Drilling sein – direkt am Rücken oder hinter dem Kopf eingestochen.
Die Maulwurfsgrille wird am besten mit einem schweren Grundblei angeboten – der Wels wird durch die Bewegungen und Vibrationen im Wasser angelockt. Laut manchen Experten soll sogar das Geräusch beim Einstechen ins Wasser einen Lockeffekt haben.
Fazit
Ob zart zirpend oder grabend: Grillen sind als Köder unterschätzt, dabei absolut wirksam. Wer bereit ist, etwas Aufwand zu betreiben, wird mit spannenden Fängen und einem ganz besonderen Naturköder belohnt.
