Holzwurm – der unterschätzte Alleskönner unter den Ködern

Erkennungsmerkmale

Als „Holzwurm“ werden meist die Larven verschiedener Bockkäferarten bezeichnet – bekannt und bei Anglern beliebt ist vor allem die helle, kräftige Larve des Kiefernbockkäfers. Mit ihrem dicken, leicht gekrümmten Körper, dem gelblich-braunen Kopf und den stark ausgeprägten Mundwerkzeugen frisst sie sich tief ins Holz – insbesondere in Nadelhölzer wie Kiefer. Die intensive, terpentinähnliche Duftnote sowie die Widerstandsfähigkeit gegen Wasser machen sie zu einem attraktiven und vielseitig einsetzbaren Naturköder.

Lebensweise

Der Kiefernbock entwickelt sich in einer vollständigen Metamorphose: vom Ei über die Larve zur Puppe bis zum Käfer. Während der ausgewachsene Käfer Blüten, Blätter und Rinde frisst, bohrt sich die Larve tief ins Holz und lebt dort über mehrere Jahre. Besonders in sonnigen, trockenen Abschnitten von abgestorbenem Nadelholz oder Baumstümpfen findet man die Tiere häufig. Ein hoher Harzgehalt scheint förderlich für ihre Entwicklung.

Die holzzerstörende Tätigkeit der Larven trägt erheblich zur natürlichen Zersetzung bei – ein ökologisch wertvoller, wenn auch wirtschaftlich oft gefürchteter Prozess.

Fang und Hälterung

Die Suche nach Holzwürmern gelingt am besten in alten, sonnenexponierten Baumstümpfen von Kiefer oder Fichte. Mit einem Haken oder einem schmalen Meißel lassen sich lockere Rindenteile anheben, um an das darunterliegende Fraßmaterial zu gelangen. Typische Hinweise sind kreisrunde, saubere Bohrlöcher im Holz.

Hat man einen Baumstumpf mit mehreren Larven gefunden, kann man sie einfach mit der Hand entnehmen und in einem gut belüfteten Holzbehälter zwischenlagern. Ideal sind auch Dosen mit Holzstücken, in denen sie sich weiter verkriechen können.

Fischarten

Der Holzwurm gilt als echter Universalköder für viele Friedfischarten wie Brassen, Schleien, Rotaugen und insbesondere Karpfen. Aber auch Barsche, Forellen und sogar Aale lassen sich damit überlisten – besonders bei nächtlicher Grundangelei.

Durch seine feste Konsistenz eignet sich der Holzwurm auch für Strömungsgewässer oder das Angeln mit Posenmontage in tieferem Wasser.

Angelmethoden

Holzwürmer können als Einzelfischköder, aber auch in kleinen Bündeln auf Hakengröße 6 bis 14 angeboten werden. Besonders bewährt hat sich das Aufziehen auf dünndrähtige, lange Haken – entweder klassisch durch Kopf und Körper oder bei lebhaften Exemplaren nur hinter dem Kopf, um ein natürliches Spiel im Wasser zu ermöglichen.

Wer die Larve quer auf größere Haken montiert, kann bei starkem Strom mit Vorfachstärken über 0,20 mm arbeiten, ohne dass der Köder ausreißt.

Tipp: Besonders bei scheuen Weißfischen wirkt der starke Geruch des Holzwurms reizend – ideal bei geringer Beißfrequenz oder hohem Angeldruck.