Erkennungsmerkmale
Mückenlarven sind als Köder bei deutschen Anglern besonders beliebt – vor allem für das feine Stipp- und Friedfischangeln. Die bekannteste unter ihnen ist die „Blutwurm“-Larve, die rote Larve der Zuckmücke (Chironomidae). Sie ist je nach Art zwischen 2 und 20 mm lang, meist blutrot gefärbt, mit einem leicht gebogenen, wurmähnlichen Körperbau. Der Kopf ist dunkler gefärbt, der Hinterleib endet in einem gegabelten Schwanz. Weniger auffällig, aber ebenfalls effektiv, sind kleinere, hellere Mückenlarven, die sich durch eine zappelnde Schwimmbewegung auszeichnen.
Lebensweise
Der Lebenszyklus der Mücke beginnt mit der Eiablage auf der Wasseroberfläche. Die winzigen Eier sinken zu Boden, wo sich die Larven im Schlamm oder auf feinem Kies entwickeln. Besonders bevorzugt werden nährstoffreiche, stehende oder langsam fließende Gewässer – von Tümpeln über Kanäle bis hin zu Hafenbecken.
Nach dem Schlupf durchlaufen Mückenlarven mehrere Häutungen. Die blutrote Färbung der Zuckmückenlarve entsteht durch das Hämoglobin-ähnliche Eiweiß, das ihr das Überleben in sauerstoffarmen Gewässern ermöglicht. In der letzten Larvenphase verpuppen sich die Tiere in der Wassersäule, bevor sie als erwachsene Mücken schlüpfen. Diese Verwandlung dauert – je nach Temperatur – zwischen 1 und 4 Wochen.
Fang und Hälterung
Der Fang von Mückenlarven erfolgt meist mit einem feinen Sieb (ca. 4 mm Maschenweite), das durch den Schlamm oder das Sediment gezogen wird. Besonders effektiv ist das Absieben in alten Hafenbecken, Klärteichen, Altarme oder in der Nähe von Einlaufbereichen. Die gesammelten Larven werden in Eimern mit Wasser und etwas Schlamm aufbewahrt. Die Beigabe eines feuchten Nylongewebes oder Mooses hilft, Sauerstoff zu halten. Eine Kühlung auf etwa 4–8 °C verlängert die Haltbarkeit.
Mückenlarven sollten regelmäßig ausgespült werden, um abgestorbene Tiere zu entfernen. In feuchtem Zeitungspapier oder einem feinen Netzbeutel lassen sich die Larven auch transportieren. In der Angelbox empfiehlt sich ein luftdurchlässiger Behälter, der im Sommer idealerweise im Schatten liegt.
Fischarten
Mückenlarven eignen sich hervorragend für alle Friedfischarten: Rotauge, Rotfeder, Güster, Brassen, Schleie und auch kleinere Karpfen. Auch Barsche nehmen den feinen, zappelnden Köder gerne. In Kombination mit Pinkies oder Caster (Madepuppe) ergibt sich ein noch attraktiverer Lockreiz.
Angelmethoden
Die Mückenlarve wird überwiegend beim feinen Posenangeln eingesetzt – entweder als Einzelköder oder in Kombination mit anderen Ködern. An feinen Haken (Gr. 18 bis 22) wird die Larve meist durch den Kopf oder knapp hinter dem ersten Körperring angeködert, damit sie sich weiterhin bewegt.
Beim Match- oder Stippangeln wird häufig eine Handvoll geschnittener Mückenlarven zusätzlich lose ins Futter gemischt – besonders in kalten Monaten ein Erfolgsrezept.
Für die Angelei im Stillwasser empfiehlt sich eine ruhige Präsentation nahe am Grund, während in leichter Strömung auch bewegte Larven Wirkung zeigen. In Kombination mit helleren Ködern entsteht oft ein kontrastreicher Reiz, der auch vorsichtige Fische zum Biss verleitet.
