Erkennungsmerkmale
Wie viele Tiere, die kriechen und ein wurmförmiges Aussehen haben, hat auch der Mehlwurm fälschlich zu seinem Namen gefunden. Tatsächlich handelt es sich beim Mehlwurm um die Larve des Mehlkäfers, eines unscheinbaren, 1,2–1,5 mm langen schwarzbraunen Käfers. Die Larve selbst kann bis zu 3 cm groß werden. Der Körper ist hellbraun bis ocker gefärbt und kräftig segmentiert; an den Segmentgrenzen erscheinen die Ringe dunkler bis fast braun. Der Kopf ist kräftig entwickelt und mit kurzen, kräftigen Mundwerkzeugen versehen.
Frisch gehäutete Tiere sind weich, hell und fleischfarben, dunkeln aber nach wenigen Stunden deutlich nach.
Lebensweise
Der Lebenszyklus des Mehlwurms beginnt mit der Eiablage durch das Mehlkäfer-Weibchen. Aus den Eiern schlüpfen die Larven nach wenigen Tagen und beginnen sofort zu fressen. Die Larven durchlaufen in den folgenden Wochen mehrere Häutungen. Dabei wächst ihr Körper kontinuierlich, bis sie eine Größe von etwa 3 cm erreichen. Je nach Umgebungstemperatur dauert diese Entwicklungsphase zwischen sechs Wochen und drei Monaten. In einer warmen Umgebung entwickeln sich die Tiere schneller, in kühlen Vorratslagern hingegen langsamer.
Zur Verpuppung suchen sich die Tiere einen geschützten Ort. In diesem Puppenstadium verbleiben sie bis zum Schlupf des fertigen Käfers, der den Lebenszyklus erneut beginnt.
Fang und Haltung
Mehlwürmer sind ganzjährig erhältlich und leicht zu halten. Man bewahrt sie am besten in einer flachen Schale mit einer Mischung aus Mehl, Sägemehl und Kleie auf. Als Futter eignen sich Möhrenstücke oder Apfelspalten, die gleichzeitig für Feuchtigkeit sorgen. Die Tiere sollten kühl, dunkel und trocken gelagert werden – ideal ist ein Keller oder eine Speisekammer.
Wer Mehlwürmer selbst züchten möchte, kann mit wenigen Tieren starten. In einem Plastikbehälter mit Deckel, Mehl/Kleie-Gemisch und ein paar Futterstücken entwickeln sich bald neue Generationen. Die Käfer verpuppen sich problemlos im gleichen Behältnis.
Fischarten
Der Mehlwurm ist ein vielseitiger Köder für alle Friedfischarten. Besonders erfolgreich ist er bei Döbel, Rotaugen, Brassen und Rotfedern. Auch kleinere Barsche lassen sich mit Mehlwürmern überlisten.
Da die Larven zäh und widerstandsfähig sind, halten sie sich auch bei starker Strömung gut am Haken. Ihre geringe Größe macht sie ideal für den Einsatz in der feinen Stillwasserfischerei.
Angelmethoden
Mehlwürmer werden bevorzugt mit der Pose und feinem Gerät angeboten. Besonders im Winter, wenn andere Köder wie Maden oder Fleischmaden nicht mehr so attraktiv sind, überzeugen Mehlwürmer mit ihrer Zähigkeit und ihrem natürlichen Geruch.
Für das Grundangeln lassen sie sich gut mit Paniermehl oder anderem Futter kombinieren. In tiefen Gewässern werden sie mit Futterballen am Grund präsentiert. Für die feine Angelei reicht oft ein 12er Haken und eine Schnurstärke von 0,12–0,18 mm.
