🪱 Die Beifußmade – Geheimtipp für Winterangler mit Stil

Naturköder-Klassiker mit Charakter: So funktioniert das Angeln mit der Strauchmade richtig

In der Welt der Naturköder gibt es sie noch – die stillen Stars, die nicht im Rampenlicht stehen, aber ihre Fangkraft über Jahrzehnte bewiesen haben.

Eine davon: die Beifußmade, auch bekannt als Strauchmade. Kaum jemand spricht über sie, und doch ist sie ein echter Geheimtipp für den Friedfischfang im Winter.

Wir holen diesen fast vergessenen Köderklassiker zurück ans Licht – mit allem, was du über Erkennung, Lebensweise, Fang, Aufbewahrung und Angelpraxis wissen musst.


🔎 Erkennungsmerkmale

Die Beifußmade stammt – wie der Name sagt – vom Gewöhnlichen Beifuß (Artemisia vulgaris), einem unscheinbaren Wildkraut, das auf Brachflächen, Wegrändern oder Bahndämmen wächst.

Die Made lebt im Mark der Stängel und ist:

  • etwas größer als eine Fleischmade
  • leicht rosa bis rosarot gefärbt
  • besitzt einen schwarzen Kopf
  • mit unverwüstlicher Bissfestigkeit

Sie ähnelt äußerlich der bekannten Zünsler-Raupe, gehört aber einer ganz eigenen Liga an: Widerstandsfähig, zäh – und fängig!


🌱 Lebensweise

Die Beifußmade überwintert im Mark abgestorbener Stängel – dort gräbt sie sich bis tief in die Pflanzenstruktur ein.

Die beste Sammelzeit: August bis März.

Beifuß wächst wild oder kultiviert, wird 1–1,5 m hoch, mit harten, verholzten Stängeln. Besonders beliebt sind Pflanzen:

  • an Böschungen,
  • auf Brachen,
  • an Bahndämmen,
  • in Gärten oder an Feldrändern.

Tipp: Beifuß erkennt man gut an den weiß-filzigen Unterseiten der Blätter und dem würzig-herben Geruch beim Zerreiben.


🧺 Fang & Aufbewahrung

🐛 Beifußmaden beschaffen:

  • Im Spätsommer beginnen die Maden sich in den Stängeln einzubohren.
  • Du sammelst die Pflanzen (am besten 20 cm lange Abschnitte), lagerst sie gebündelt in einer luftigen Kiste oder Tüte – schon hast du deine „Wohnung mit Ködervorrat“.

🧊 Lagerung:

  • Kühl & dunkel – etwa im Keller oder auf dem Balkon
  • Im Winter wochenlang haltbar
  • Optional: mit etwas feuchtem Heu oder Sägespänen lagern

Der Trick: Die Maden bleiben inaktiv, aber lebendig – also fängig.


🎯 Angelmethoden & Praxistipps

Die Beifußmade wird ähnlich wie Fleischmaden verwendet – eignet sich aber besonders gut für:

  • das Winterangeln auf Weißfisch
  • bei niedrigen Wassertemperaturen
  • in stehendem oder langsam fließendem Wasser

Sie punktet mit:

  • lebhafterem Verhalten im kalten Wasser
  • zähem, robustem Körper, der lange am Haken bleibt
  • hoher Lockwirkung bei vorsichtigen Friedfischen

💡 So angelst du richtig:

  • Haken: Größe 12–16 bei Weißfischen, 8–10 bei Brassen oder Karpfen
  • Montage: am besten in Kombination mit Feeder, feiner Pose oder leichten Grundbleien
  • Die Made kann einzeln oder im Duo aufgezogen werden
  • Besonders erfolgreich mit Beifuß-Köderbündeln bei niedriger Aktivität der Fische

🪄 Fazit: Alte Schule, neue Chancen

Die Beifußmade ist ein echter Köderklassiker der alten Schule, der heute fast vergessen scheint – völlig zu Unrecht.

Sie ist robust, leicht zu beschaffen, kostenlos – und vor allem im Winter oft überlegen gegenüber konventionellen Maden.

Wer mit Liebe zum Detail angelt, der sollte sich dieses Stück Anglergeschichte auf keinen Fall entgehen lassen.

Denn: Wer die Beifußmade kennt, fängt anders. Und oft besser.